Passionszeit und Ostern

Wir feiern Jesu Tod und Auferstehung

Schatzkiste im März 2017

 

Mit Gesang und viel Bewegung startet auch die dritte Schatzkiste im Schuljahr 2016/17. Diesmal ist nicht nur bei den 30 Kindern, sondern auch bei den Großen ein neues Gesicht dabei: da die Schatzkisten-Teamer nicht ganz fit aus der Winterpause gestartet sind, ist Pfarrerin Annette Mehlhorn kurzfristig als Verstärkung hinzugekommen. Und weil Pfarrerin Annette Mehlhorn zum ersten Mal bei der Schatzkiste dabei ist, lässt sie sich erst mal von den Kindern erklären, wie das mit der Schatzkisten-Suche überhaupt geht und ist gespannt beim Öffnen dabei.

Diesmal finden sich in der Schatzkiste Brot und Traubensaft, Krug und Schale, ein Münzbeutel, ein Kreuz und ein Stein. Dass Brot und Traubensaft für das (letzte) Abendmahl stehen müssen, weiß Xaver sofort. Doch gehören Krug und Schale auch zum Abendmahl? Nach kurzer Rätselrunde weiß Hanna, dass sie auch für die Fußwaschung stehen können. Der Münzbeutel ist dann für alle eine harte Nuss. Lange wird gemeinsam überlegt, was mit den Münzen bezahlt worden sein könnte, bis Patrick einfällt: „Das könnte die Belohnung für den gewesen sein, der Jesus verpfiffen hat.“ Viktoria raunt: „Was heißt ‚verpfiffen‘?“ Als allen klar ist, dass „verpfiffen“ „verraten“ bedeutet, finden sich auch gleich ein paar Kinder, denen einfällt, dass es Judas war, der Jesus für einige Silberlinge verraten hat. Kreuz und Stein zuzuordnen, fällt den Kindern anschließend wieder leicht: die stehen für die Kreuzigung und das Grab Jesu. Und worum geht es nun heute in der Schatzkiste insgesamt? Um Leiden, Tod und Auferstehung Jesu.

Wie die Jünger auf den Tod und die Auferstehung Jesu reagiert haben, hören die Kinder nach dem Auspacken der Schatzkiste in einer szenischen Erzählung der Emmaus-Geschichte. Die Trauer und Einsamkeit der Jünger verwandelte Jesus in Freude und Hoffnung und offenbarte sich ihnen durch die gemeinsame Abendmahlsfeier.

Anschließend setzen sich die Kinder in drei Stationen näher mit der Fastenzeit, der Passion und der Auferstehung Jesu auseinander. In der ersten Station geht es unter dem Motto „Weniger ist mehr“ ums Fasten. Die Kinder lernen, dass es beim Fasten nicht einfach darum geht, bestimmte Leckereien wegzulassen. Sie erarbeiten gemeinsam, wie man mit allen Sinnen fasten kann: zum Beispiel fasten mit dem Herzen, indem wir herzlicher auf andere zugehen und uns bewusst Zeit nehmen für Menschen, die uns wirklich wichtig sind; zum Beispiel fasten mit den Augen, indem wir weniger Zeit vor dem Fernseher oder dem Computer verbringen und stattdessen unsere Umgebung und unsere Mitmenschen neu entdecken; zum Beispiel fasten mit den Ohren, indem wir mal den MP3-Player weglassen und genauer in uns selbst hineinhören, aber auch zuhören, was andere uns sagen wollen; zum Beispiel fasten mit den Händen, indem wir einmal bewusst die Hände ruhen lassen, bewusst beten, aber auch bewusst anpacken, wo Hilfe gebraucht wird; zum Beispiel fasten mit dem Mund, indem wir bewusster essen und trinken, aber auch bewusster unsere Worte wählen und lieber einmal etwas Nettes zu einem anderen sagen, als ihn mit unseren Worten zu verletzen. Die Kinder erfahren, dass Fasten nicht negativ und quälend sein soll, sondern bewusstmachen, was unser Leben wirklich wertvoll macht. In einem zweiten Schritt sammeln die Kinder ganz eigene Fastenideen in einer gemeinsamen Fastenkiste. Johanna und Helene möchten für ihre Eltern den Tisch decken, anstatt in ihrem Zimmer Hörspiele zu hören. Veronika möchte mehr draußen spielen und die Natur genießen. Leticia möchte gerne noch freundlicher zu anderen Menschen sein. Tessa möchte weniger Schokolade essen. Moritz möchte gerne mit den Augen fasten und ein bisschen weniger (um genau zu sein: 1.000 Tage weniger) fernsehen. Milan möchte netter zu seiner kleinen Schwester Anna sein und öfter mit ihr spielen.

Bei der zweiten Station gehen die Kinder einen Kreuzweg. Pfarrerin Annette Mehlhorn erzählt lebendig von den letzten Tagen in Jesu Leben: vom Einzug in Jerusalem, von Jesu „Aufräumaktion“ im Tempel, von Jesu Fußwaschung für die Jünger, vom letzten Abendmahl, von der Nacht in Gethsemane, vom Verhör vor dem Hohen Rat, von der Verurteilung durch Pontius Pilatus und von der Kreuzigung. Zwischendurch werden die Kinder immer wieder selbst aktiv: sie suchen aus Bildreihen heraus, was nicht in die Reihe passt, um sich darauf einzustimmen, wie unpassend Jesus das rege Handelstreiben im Bethaus fand. Bei der Blindverkostung an der Abendmahlsstation identifizieren die Kinder sicher und mit großer Begeisterung den Traubensaft unter dem Apfel- und Orangensaft. An der Kreuzigungsstation erfahren die Kinder durch ein anschauliches Osterexperiment, dass Jesus den Tod auf sich nahm, um uns von unseren Sünden zu befreien.

In der dritten Station geht es darum, dass Jesu Tod nicht das Ende war. Die Kinder hören die Erzählung von den zwei Frauen am Grab, die Zeugen von Jesu Auferstehung wurden. Anschließend gestalten sie voller Eifer aus Blumentöpfen, Untersetzern, Erde, Steinen und Zweigen ihre eigenen Grabszenen. Schließlich streuen sie auf ihren Ostergärten Kressesamen aus, die bei fleißigem Gießen zuhause bis Ostern grün herauswachsen und die Kinder an Jesu Auferstehung erinnern sollen.

Zum Abschluss kommen alle Kinder noch einmal in einem großen Kreis zusammen. Es wird deutlich, was wir Fundamentales an Ostern feiern: Jesus ist am Kreuz gestorben, um uns zu befreien. Darüber hinaus hat Gott an Jesu Beispiel gezeigt, dass der Tod nicht das Ende ist: er hat Jesus vom Tod auferweckt und auch wir dürfen an ein Leben nach dem Tod glauben.

Wie wir uns mit allen Sinnen auf Jesu Tod und Auferstehung vorbereiten können, wurde in der Fastenstation besprochen. Hieran knüpfen die Kinder nun noch einmal an: die Fastenkiste geht einmal im Kreis herum und jedes Kind darf sich eine Fastenidee herausnehmen. Da staunt manche Mama beim Abholen nicht schlecht, was ihr Kind sich für die nächsten Tage vorgenommen hat!

Das Schatzkisten-Team bedankt sich an dieser Stelle nochmals ganz herzlich bei Pfarrerin Annette Mehlhorn für die tatkräftige und wertvolle Unterstützung. Allen Kindern und ihren Familien wünscht das Schatzkisten-Team eine besinnliche Passionszeit und ein frohes Osterfest!

Ihre Teamer in der Schatzkiste:

Christine Kirchweger, Annegret Labahn, Catharina Mehl
und Martina Schmid-Lindenmayer

 

 

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